|
in
the middle of.... wir finden den moritzplatz im berliner bezirk
kreuzberg, in einer randlage zum bezirk mitte. die bezirksgrenze wurde
bis vor 10 jahren von der berliner mauer gebildet. er wird konstituiert
als die leere zwischen den angrenzenden strukturen: grŸnderzeit-blockstadt,
brache und wiederaufbau in der sprache der spþtmoderne. alle strukturen
scheinen dem platz ihre rŸckseite zuzuwenden und verstþrken so den charakter
der leere. diese heutige leere ist der ausgangspunkt unserer Ÿberlegungen.
every
now and then .... (besonderer_ort) immer wieder in der stadt
finden wir sie: die besonderen orte. die gro§en plþtze, die verkehrsknoten,
die kleinen kietzhaupteinkaufsstra§en, die pocketparks, parkhþuser und
pinkelecken. orte die aus der masse stadt qualitativ hervorstechen, stille
leuchttŸrme unserer liebe zu diesem gebilde berlin. durch seine lage am
gelenk sŸd-berlin / mitte ist der moritzplatz prþdestiniert ein besonderer
ort zu sein. er ist es schon, nur ohne menschen.
extended
moritzplatz: wir definieren den moritzplatz als einen stþdtischen
negativraum, der sich heute zusammenhþngend von der ursprŸnglichen platzmitte
aus erstreckt. dieser raum ist grš§er als der durch die verkehrsplanung
markierte, da kriegszerstšrung, abriss und teilweise wiederaufbau die
lenneeschen raumkanten verschwinden liessen. das heutige bild des moritzplatzes
ist deshalb von einer horizontalen nutzung geprþgt. grundstŸcksgrenze
sind die gliedernden elmente. sie kanalisieren in form von zþunen die
bewegungen der menschen und trennen nutzungszonen voneinander. der neue
moritzplatz beginnt auf dem alten moritzplatz, heute verkehrsinsel, er
setzt sich fort Ÿber die heutige verkehrsfŸhrung, die grenzen der unbebauten
grundstŸcke, trifft auf die rŸckseiten der gebþude, klappt nach oben und
setzt sich in der vertikalen fort. dieser moritzplatz ist ein sehr gro§er
stþdtischer leerraum mit einem gro§em defizit: die ignoranz der angrenzenden
strukturen macht ihn un-nutzbar; er bleibt jedoch besonders.
aktion
(entwurfsansatz_ort) der moritzplatz wird neu erfunden. wir injizieren
leben mit der formel leere = 1. in drei szenarien geben wir den menschen
den moritzplatz als einen gemeinsamen aktionsraum zurŸck. eine neue stþdtische
oberflþche macht den raum zugþnglich. alle angespielten szenarien (=stadtprojektionen)
definieren den moritzplatz als stþdtischen und šffentlichen raum. die
szenarien sind alternativ, nicht gleichzeitig, sie hei§en st.moritz, wald
und spielfeld.
st.moritz
bringt den moritzplatz in die dritte dimension. u-bahnnutzer finden sich
nach verlassen der schþchte auf einer bergwiese wieder. oranienstrasse
und heinrich-heine strasse erhalten einen 'point-de-vue'. der moritzplatz
wird auf den oranienplatz, zwischen die wohnzeilen der heinrich-heine
strasse in das wohngebiet der spþtmoderne nordwestlich des platzes und
die hinterhofbrachen entlang der prinzenstrasse projeziert. spontannutzungen
a la tiergarten und grunewald (grillen, joggen, sex, sonnen, schach spielen,
rollschuhlaufen, kontakt, wurst essen) werden gefšrdert. die herstellung
des st.moritzbergs ist denkbar einfach: die benštigten 420.000 kubikmeter
erde liegen direkt greifbar im verschŸtteten luisenstþdtischen kanal.
wie kamen sie dorthin?durch die abm-krþfte die 2 generationen spþter lebten,
als diejenigen die den kanal ursprŸnglich ausgehoben hatten. spielfeldª
variiert den raum des platzes.
spielfeldª
- das gezeichnete forum. entwickelt den ort moritzplatz als ausgangspunkt
fŸr verþnderungen. dafŸr kommt ihm sein heutiger zustand eines fli§enden,
fast konturlosen raum zugute. spielfeld operiert mit dem menschen als
ma§stab. die tat: die gesamte platzoberflþche wird sowohl in der horizontalen,
als auch in der vertikalen markiert. so werden mšgliche nutzungen in den
ort eingeschrieben, der mensch erhþlt anhaltspunke fŸr rþumliches agieren.
raum wird generiert aus der durch die markierung der flþche angeregte
bewegung der kšrper. schnittmusterartig Ÿberlagern sich die markierungen
fŸr fu§ball, badminton, parkplþtze, tennis, theaterauffŸhrungen, verkehrsfŸrungen,
sportklettern, minigolf um nur einige zu nennen. stþndig neues lesen dieser
spuren menschlicher bewegung lþ§t den moritzplatz zum offenen stadtlabor
werden. spielfeld bleibt weich und entzieht sich dem griff des plans.
Ÿber kurze zeit umzubauen prþsentiert sich der platz mit stþndig wechselndem
gesicht. spielfeld erzeugt temporþre rþume.
wald
macht grŸn. wald macht dunkel. wald ist die einfŸhrung einer einfachen,
aber an dieser stelle unerwarteten sensorischen qualitþt. die harte strasse
wird ein stŸck weit begleitet von sanft geschwungenen waldwegen, die feucht
modrige luft des unterholzes weht in die gešffneten autofenster, das licht
dringt gefiltert und tausendfach gebrochen auf den boden durch. wassertropfen
gleiten von nadel zu nadel, von blatt zu blatt. wald versteht sich als
kontrapunkt zur ent-sinnlichung des au§enraums in der stadt. angezogen
davon beginnen die menschen eine alte haustypologie auf den neu geschaffenen
ort zu adaptieren. das berliner baumhaus wird entwickelt. clusterartig
um gemeinsame treppentŸrme schmiegen sich die schlanken wohnzellen auf
ihren hohen beinen zwischen die baumkronen.
|